Iberische Impressionen – sehr fein aufbereitet!

Daniel, unser Jüngster, verwöhnte uns am letzten Kochabend im Mai mit einem wundervollen Menü, zu dem er sich während des Familienurlaubs auf Mallorca inspirieren ließ: Las impresiones ibéricas. Allein die Dekoration von Theke und Tafel ließ die Herzen höher schlagen und beim einen oder anderen das Fernweh steigen.

Auch im Kochclub gehört die Verarbeitung eines ganzen mehr als 5 kg schweren noch runden Fisches zu den seltenen Höhepunkten in der Küche – gekonnt zerlegte Daniel den Label Rouge Adlerfisch, der uns von RUNGIS Express am frühen Morgen geliefert wurde.

Nach den Vorbereitungen begann der eigentliche Abend mit einem selbst kreierten Amuse Gueule: Sautierter weißer und grüner Spargel, serviert mit einem Langostino und nappiert mit Nussbutter. Dazu ein schäumender Cava, kalt serviert aus dem Thermoglas.

Gang 1: Gebratenes Filet vom Adlerfisch, serviert auf gedünstetem Artischockenherz in einem Sud von Artischocke und Tomate. Unfassbar! Feine Aromen, eine perfekte Abstimmung von Salz und Säure, ließen den auf den ersten Blick eher einfach und bodenständig daherkommenden Gang zu einem ersten Highlight werden.

Gang 2: Was gehört zu einem iberischen Abend dazu? Richtig – die Paella. Wo auch immer plötzlich der authentische Gasbrenner und die riesige Emaille-Pfanne herkamen – spätestens als die Paella kurz vor Schluss zu knistern begann, war die Beantwortung der Frage unwichtig! Serviert mit gegrilltem Pulpo und einem hervorragenden Bellota stellte das Gericht die Verbindung von tierra y mar, von Erde und Meer her.

Gang 3: Medaillon vom Ibérico-Filet. Liebevoll bridiert wurden die Medaillons zunächst sparsam gesalzen und nach einer Viertelstunde mit Olivenöl eingepinselt. Anschließend scharf anbraten und bei 80°C Ofentemperatur bis auf 58°C Kerntemperatur fertig garen. In der Zwischenzeit wurde ein Kompott von Aprikosen fertiggestellt und Baby-Fenchel gedünstet. Die Sauce, aus einer Jus von Filet-Parüren und Sobrasada-Würfelchen gezogen und am Schluss mit Orange abgeschmeckt, verband die Aromen perfekt!

Gang 4: Ein wundervoll luftiger Mandelkuchen mit einem heiß servierten Orangen-Kompott beschloss den Abend.

Nach vielen kulinarischen Höhenflugversuchen zeigte Daniel uns, wie man augenscheinlich einfache bodenständige Gerichte raffiniert veredeln kann, dass sie mindestens eine Erwähnung in Gourmetführern verdient hätten.

Kenntnisprüfung im Mai: Silberner Kochlöffel für Tim

Eine schöne Tradition ist, dass die Kochbrüder von Zeit zu Zeit ihr Engagement und ihr Können am Herd unter besonderen Bedingungen unter Beweis stellen. So kann man den bronzenen, den silbernen oder gar den goldenen Kochlöffel erlangen.

Tim hatte sich bereits zu Corona-Zeiten vorgenommen, die Prüfung zum „Silbernen Kochlöffel“ abzulegen. Abgesagte Kochabende machten den Plan zunächst zunichte. So lag der Löffel 2 Jahre lang auf Eis.

Also unternahm man in diesem Frühjahr den Anlauf, das Vorhaben doch noch umzusetzen. Grundsätzlich wird vom Prüfling ein anspruchsvolles Menü vorgeschlagen, in dem er auch die Gänge benennt, die er selbst kochen wird. Von 2 Gängen (Bronze), 3 Gängen (Silber) und allen Gängen für den Goldenen Kochlöffel ist alles drin.

Traditionell folgen wir der klassischen Menüfolge, es wird also für die Bewertung auch ein Fisch- und ein Fleischgang gefordert. Doch der Prüfling bat um die Freigabe, ein rein „plant based“ Menü zu kreieren und auch umzusetzen. Bei einem Test-Essen überzeugten sich die Vorstandsmitglieder davon, dass dies zwar ungewöhnlich ist, dem kulinarischen Wert und dem Genuss aber keinen Abbruch tut. Im Gegenteil.

So wurden die Rezepte, die von Köchen aus aller Welt inspiriert waren, vom Prüfling so weit weiterentwickelt, bis die gewünschte eigene Handschrift erkennbar war.

Das Menü:

 

Als Amuse Gueule reichte Tim ein Spargel-Tatar mit Elstar-Brunoises und Estragon. Eine Vinaigrette von Apfelessig mit selbst hergestelltem Estragon-Öl sorgte für die Verbindung aller Aromen. Kochbruder Toni ließ sich nicht nehmen, zur Feier des Abends eine Magnum Taittinger Rosé zu spendieren – herzlichen Dank von uns allen!

Der Salat, komponiert aus unterschiedlichen Beten und Zitrusfrüchten wurde von Frank liebevoll mit einer kräftigen Walnuss-Vinaigrette abgeschmeckt, mit Ziegenfrischkäse und gerösteten Pinienkernen serviert. Bereits jetzt wird diese Vorspeise wohl ins feste Repertoire Vieler aufgenommen werden, denn als Vorspeise wie auch als sommerlicher Hauptgang auf der Terrasse eignet er sich gleichermaßen.

Tim‘s erster Prüfungsgang war asiatisch inspiriert: Pak Choi, in Gemüsefond und traditionell gebrauter Sojasauce geschmort, serviert auf einer Chiffonade von Pak Choi Blättern, die mit Sesamöl verfeinert wurde. Sehr komplex, auf den ersten Blick einfach, auf den zweiten Bissen musste selbst der Prüfling eingestehen, dass die Grenzwerte für Kochsalz gerade so eingehalten wurden. Etwas weniger wäre noch besser gewesen. Gleichzeitig war der Gang aber auch der Auftakt zur Umami-Parade, die den Kochbrüdern den Verzicht auf Fleisch schmackhaft machen sollte.

Claudius präsentierte uns anschließend eine Trilogie von Paprika-Süppchen. Mit selbst gemachtem Gemüsefond und ohne Sahne abgeschmeckt, überraschten die unterschiedlichen Charaktere der verschiedenen Paprikasorten. Von elegant über „typisch rote Paprika“ bis zur kräftigen grünen Paprika-Note war alles vorhanden. Eine tolle Überraschung, die an heißen Tagen auch kalt serviert werden kann!

Als zweiten Prüfungs-Gang zeigte Tim beinahe fine dining Qualitäten: Ein Raviolo aus sous vide gegarten Kohlrabischeiben, gefüllt mit sautierten asiatischen Pilzen, abgeschmeckt mit Ume Boshi und Shiso. Als Topping dienten Juliennes von eingelegtem Daikon-Rettich. Tim verband die Aromen mit einer selbstgemachten kräftigen Gemüse-Jus, die auch jedem gegrillten Filetsteak zur Ehre gereicht hätte.

Päuschen mit Sorbet: Das von Jürgen hergestellt Gin-Tonic-Sorbet überraschte mit einer Kombination aus Gurke, Tonic und Limette. Ein Esslöffel Gin und gefrorene Gurken-Brunoises als Topping rundeten den Genuss ab!

Weiter ging es mit den Prüfungs-Gängen. Klassisch wären wir nun beim Fleischgang angekommen. Tim‘s Idee war, Umami mit anderen kräftigen Noten und etwas Süße zu kombinieren, um ein „rundes“ Gericht zu präsentieren.

Sellerie, in einem Gemüsefond mit Vadouvan gegart, serviert auf einem Erbsenpüree. Als Topping dienten Juliennes von Nori-Algen und ein Nori-Chip, der zusätzlich eine knusprige Komponente beisteuerte. Zitat des Prüflings: „Mist, bei der Generalprobe war‘s aber besser. Kräftigerer Sud und das Erbsenpüree war auch schöner.“ Trotzdem ein Genuss, der entsprechend in die Wertung einzog.

Mit einem Dessert aus geschmortem Apfel, Blätterteig und cremiger Salbei-Sauce präsentierten Claus und Rainer den Abschluss des Prüfungs-Menüs, wundervoll begleitet von einem Sauternes 1er Cru von 2001 aus Toni‘s Keller.

Nach alter Sitte wurde nun Tim aufgefordert, die Tafel zu verlassen, damit sich die Kochbrüder mit ihren Notizen und Bewertungsbögen besprechen konnten. Der Prüfling bekommt so die Gelegenheit, die Küche aufzuklaren. Ein Dank an Rainer G. und Simon, die hier während des gesamten Abends bereits fleißig Vorarbeit geleistet hatten – so hielt sich das Aufklaren für Tim in überschaubaren Grenzen.

Showdown. Klopfen an der Küchentür. Der Prüfling möge mal bitte zurück in den Saal kommen. Wer bis jetzt nicht nervös war – spätestens hier kann es niemand mehr verbergen! Fast versöhnlich klang der Applaus aller, als Tim müde und abgekämpft aus der Küche kam. Bestanden! Je eine Laudatio von Detlev und Jürgen bereiteten Tim darauf vor, nun den Silbernen Kochlöffel an der Kochjacke tragen zu dürfen.

Besiegelt wurde die Zeremonie mit dem Ritual des Kniefalls und dem gleichzeitigen Beinahe-auf-Ex-trinken einer ganzen Flasche Champagner, die in den goldenen Club-Löffel gegossen und von dort getrunken werden musste. Drei Kochbrüder mussten dem nun leicht Angeheiterten wieder auf die Beine helfen!

Werden wir nun künftig auf Fisch und Fleisch verzichten? Sicherlich nicht. Doch selbst die Ältesten unter uns bescheinigten Tim, dass er hier gekonnt Wege in die Moderne aufgezeigt hat, die selbst den eingefleischtesten Carnivoren den Verzicht im wahrsten Sinne schmackhaft machen können.

Impressionen:

Ein bisschen Advent…

…war das Motto unseres letzten regulären Kochabends in diesem Jahr. Jürgen hat als Maître de Cuisine ein festliches Menü zusammengestellt – mit dem Anspruch, dass es nicht das (Zitat) “schlechteste Menü des Jahres” werden solle. Er hat’s geschafft.

Der Abend begann, nach der Vorbereitungszeit, pünktlich 5 Minuten vor der Zeit: Ein handgeschnittenes Tatar vom Rinderfilet, klassisch abgeschmeckt und mit selbstgem… –ääh, selbstgekauftem Senfkaviar garniert. Dazu ein, zwei Tropfen aus der Pommery-Magnum, die Stefan aus dem heimischen Kühlschrank gezaubert hatte. Zack, so schnell ist ein Amuse Gueule fertig!

Unser Gast Carsten überraschte uns anschließend mit einer klaren Pilz-Essenz, angereichert mit hand- und löffelgeformten Grießklöschen. Bei einem Menu dieses Ausmaßes ein wunderbar leichter Auftakt.

Die anschließend von Cedric servierten mit Selleriepüree gefüllten Ravioli markierten den ersten Höhepunkt des Abends. Dazu eine Lauchcreme-Sauce wie vom anderen Stern – verdammt nah am Beurre Blanc. In Butter geschwenkte Trüffelscheiben als Garnitur und das Leben ist schön!

Fischgang. Tolle Idee, denn Zander und Sauerkraut passen immer zusammen. Diesmal mit echtem Beurre Blanc serviert. Einzig der, so die einhellige Meinung, verzichtbare Aufwand, das Ganze auch noch in einen Strudelteig zu wickeln, trübte aufgrund fehlender Garpunkt-Kontrolle etwas den Genuss. Sei’s drum – kommt vor. Also wieder rauf auf den Planwagen und weiter nach Westen…

Vor dem Hauptgang überraschte Tim mit einer neuen Anrichteweise eines Sorbets. Das hätte beinahe schon als vollwertiges Dessert durchgehen können: Ein Kürbis-Sorbet, serviert im pochierten Ring von Honigmelone auf leicht gesalzenen Kakao-Crumbs und mit Blutorangen-Gel garniert. Abkühlung des Magens gelungen. Zitat Tim: “sonst wird Sorbet immer so lieblos einfach im Glas mit Alkohol präsentiert – war mir zu langweilig”.

Um es gleich vorweg zu nehmen: Jetzt kommt der posthum zum “Gang des Abends” gewählte Hauptgang: Sous vide gegarter Rehrücken, dazu Rösti-Taler, die mit gekochten Roggenkörnern angereichert waren und der leichten Bitternote des karamellisierten Chicorée – die perfekte Kombination, zumal die Sauce aus den Rehknochen das wunderbar verbindende Element war! Danke, Detlev und Claudius!

Claus überraschte gleich auf zweierlei Weise mit seinem Dessert zum Ausklang des Menüs. Selbst gezogene Maracuja-Sauce an einem Vanille-Eis, das er zur Freude aller sehr zuckerreduziert komponiert hat. Die angelegte längs halbierte Banane nötigte vielen ein überraschtes Schmunzeln ab – sie passte allerdings, genau so wie sie war, wundervoll zum Aromenspiel.

Jetzt freuen wir uns auf die Weihnachtsfeier!

Deutschland-Reise vollendet

Für unseren Kochabend Mitte November stellte Tim ein Menü zusammen, das aus typischen Gerichten unterschiedlicher Regionen der Republik bestand.

Nach dem Amuse Gueule, für das Tim eine Praline aus Entenleber, Schalotten-Chutney, Zartbitterschokolade und Haselnuss-Krokant gebastelt hatte, folgte schon unser Major Domus Claus mit der Vorspeise.

So bereitete Claus einen Rote-Bete-Salat mit Sektbirne zu. Der Feldsalat wurde mit einem milden Dressing, das à part gereicht wurde, nappiert. Das Dressing bestand aus Distelöl, Weißweinessig, Birnensaft und Senfpulver, abgerundet mit gerösteten Pinienkernen. Dazu wurden Birnen wurden gewürfelt und in Sekt pochiert und mit Würfeln schonend gegarter Rote Bete kombiniert. Ein auf den ersten Blick unscheinbarer Gang, der zwischen Gaumen und Zunge durch seine Eleganz und Aromenkombination bestach.

Unsere Gäste Cedric und Carsten präsentierten eine leichte Krebsrahmsuppe, angereichert mit Wurzelgemüse und Kräutern. Die Krebse wurden zunächst ausgelöst und die Karkassen zu einem feinen Sud verarbeitet. Crème Fraîche und etwas Sahne sorgten für eine schöne Balance. Mit Gemüse-Bâtonnets, Krebsschwänzen und einem ganzen Krebs garniert, wurde dieser Gang sogar zum “Gang des Abends” gekürt.

Arias Beitrag waren Weinbergschnecken im Flädlerand, eine badische Spezialität. Kurzfristig erkrankt sprang Simon für ihn ein und vollendete das Gericht. Selbst diejenigen, die keine Schnecken mögen, waren überrascht vom Geschmack der Sauce. Optisch könnten wir aus diesem Gang noch etwas mehr herausholen – das aktuelle Ergebnis fiel der Turbulenz in der Vorbereitung zum Opfer.

Unser Fisch-Altmeister Detlev servierte anschließend gebratenen Zander auf Linsensalat. Beluga-Linsen und Wurzelgemüse wurden separat gegart und kurz vor dem Anrichten miteinander verheiratet. Auf der Haut gebratener Zander kam, auf den Punkt gegart, dazu. Für die Verbindung der Komponenten sorgte eine fein abgeschmeckte Meerrettichsauce mit ihrer leichten Schärfe. Besonders durch einen von Toni spendierten und Mundschenk Jürgen servierten edlen Tropfen wurde dieser Gang zu einem runden Genuss. Toni verwöhnt uns gern mit Spezialitäten – und diesmal brachte er einen Wein aus dem Mâconnais mit: Saint Veran cuvée Bois Dayer Magnum vom Weingut Damien Martin. Vielen Dank, lieber Antoine!

Vor dem Hauptgang servierte Tim ein selbst gemachtes Bratapfel-Sorbet, um den Magen wieder etwas abzukühlen und für den nachfolgenden Gang vorzubereiten.

Ein Höhepunkt (und gleichzeitig Platz 2 bei der Wahl zum Gang des Abends) war der von Frank servierte sous vide gegarter Hirschrücken, kurz vor dem Anrichten mit einer Walnusskruste belegt und im Salamander gratiniert. Eine selbst gezogene Wildsauce, deren Zubereitung allein 6 Stunden gedauert hatte, verband trefflich die Aromen von Franks wundervollem Kartoffelstampf und sautierten Würfeln vom Butternut-Kürbis. Besonderer Clou waren in feine Scheiben gehobelte schwarze Walnüsse, mit denen Frank uns zusätzlich überraschte.

Zum krönenden Abschluss gab es von Rainer einen Zwetschgen-Scheiterhaufen. Nach dem Motto “Auch wenn nichts mehr geht – ein Dessert passt immer noch” war die Kombination aus Zwetschgen, Zimt und Rosinenstuten ein wunderbarer Ausklang eines entspannten Kochabends.

 

 

 

Champagner! Pommes & Co.

Am 1. November 2023 öffnete der Club Culinaire Düsseldorf seine Pforten zu einem exklusiven Kochabend, der unter dem Motto “Champagner! Pommes & Co.” stand. Unter der Leitung von Maître de Cuisine Simon und mit Unterstützung seines Mundschenks Detlev, wurde ein kulinarisches Erlebnis der Extraklasse geboten.

Den Anfang machte Simon selbst mit dem Amuse Gueule “Himmel & Kölle”. Eine Currywurst mit selbstgemachter Sauce reichte er als Appetithäppchen, das die Geschmacksknospen der Gäste auf den Abend einstimmte.

Der erste Gang wurde von Claudius serviert. Die Kombination knusprig frittierten Avocado-Schnitzen mit einer würzigen Paprika-Mayonnaise war nicht nur geschmacklich ein Highlight, sondern auch optisch ein echter Hingucker.

Stefan präsentierte als zweiten Gang eine Jakobsmuschel auf selbstgemachte Tagliarini-Nest, die perfekt mit dem Champagner harmonierte. Das Zusammenspiel von Meer und Schaumwein verzauberte die Anwesenden – und wurde prompt in der Nachbesprechung zum “Gang des Abends” gekürt.

Jürgen überzeugte anschließend mit seinem Champagnersorbet. Ein erfrischender Gaumenkitzler, der die perfekte Überleitung zum nächsten Gang bot.

Der vierte Gang, kreiert von Tim und Jürgen, kombinierte Pommes, Muscheln und Champagner in einer Art, die man so noch nicht erlebt hatte. Ein mit Butter montierter Muschelsud, der zuvor mit Champagner abgelöscht und einem leichten Fischfond ergänzt wurde, verband die Aromen von Muscheln, Karotten und Frühlingszwiebeln zu einem Gaumenschmeichler.

Zum krönenden Abschluss servierte Claus ein Dessert, das alle Sinne ansprach: Cheesecake gepaart mit Champagner. Ein süsser Traum, der den Abend abrundete.

Besonders hervorzuheben war die liebevolle Dekoration des Abends. Ein riesiger Champagnerflaschen-Luftballon schwebte über der Tafel und sorgte für ein stimmungsvolles Ambiente.

Vive la cuisine française

Bei tropischen Temperaturen von 30°C Außentemperatur wurde der Kochabend des Club Culinaire Düsseldorf am 14. Juni 2023 zu einer wahren Herausforderung. Doch die kochbegeisterten Brüder meisterten diese Hitzewelle mit Bravour und zauberten ein exquisites Menü.

Der Abend begann mit einem erfrischenden Aperitif, der von Claudius kredenzt wurde. Sein prickelndes Getränk eröffnete den Abend auf angenehme Weise und stimmte die Gäste auf die kommenden kulinarischen Genüsse ein.

Um 20:00 Uhr war es dann soweit, Stefan präsentierte sein Amuse Bouche: Entenleber mit Zwiebelmarmelade. Die Kombination aus der zarten Entenleber und der süßlichen Zwiebelmarmelade war ein wahrer Gaumenschmaus.

Nach dieser vielversprechenden Eröffnung übernahm Claus um 20:20 Uhr das Zepter in der Küche. Er kredenzte eine klassische Vorspeise: Salade Lyonnaise, ein Salat aus Lyon. Die perfekt aufeinander abgestimmten Zutaten, wie knackiger Salat, knuspriger Speck und ein pochiertes Ei, vereinten sich zu einem Geschmackserlebnis der Extraklasse. Der Salade Lyonnaise war eine Hommage an die französische Küche und eine perfekte Überleitung zum nächsten Gang.

Um 20:50 Uhr übernahm Jürgen das Ruder und präsentierte den Fischgang des Abends: Quenelles mit Lachs und Leberkuchen. Die Quenelles, luftig-leichte Klöße aus Fisch und Semmelbröseln, harmonierten perfekt mit dem zarten Lachs und dem herzhaften Leberkuchen.

Nach dem Fischgang folgte um 21:20 Uhr ein vegetarisches Highlight von Detlev: Artischocke gefüllt mit schwarzem Bohnenpüree und Salat. Die Kombination aus der milden Artischocke, dem cremigen Bohnenpüree und dem erfrischenden Salat bildete eine perfekte Balance zwischen verschiedenen Geschmacksrichtungen und Texturen. Detlev bewies mit diesem Gericht, dass vegetarische Küche keineswegs eintönig sein muss, sondern voller Kreativität und Genuss stecken kann.

Der Hauptgang des Abends wurde von Frank und Rainer um 21:50 Uhr präsentiert. Sie servierten Blanquet de veau nach Paul Bocuse, eine klassische französische Spezialität. Das zarte Kalbfleisch wurde in einer feinen Sauce mit Gemüse gegart und schmolz förmlich auf der Zunge. Die Perfektion der Zubereitung und die sorgfältig ausgewählten Zutaten machten diesen Hauptgang zu einem wahren Höhepunkt des Abends.

Den krönenden Abschluss bildete um 22:20 Uhr das Dessert von Aria: Oeufs à la neige. Dieses französische Dessert besteht aus einer leichten Meringue, die auf einer köstlichen Vanillesauce serviert wird. Die luftige Konsistenz der Meringue und die süße Vanillesauce schmeichelten dem Gaumen und rundeten das Menü auf harmonische Weise ab.

Trotz der sommerlichen Temperaturen meisterten die Kochbrüder ein Menü, das die Vielseitigkeit der französischen Küche auf eindrucksvolle Weise präsentierte. Es war ein Abend voller Genuss, Freundschaft und inspirierender Gespräche, der sicherlich noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Impressionen einer kulinarischen Italienreise

In der vergangenen Woche wurde wieder einmal die kulinarische Welt Italiens zum Leben erweckt. Unter dem Motto “Impressioni culinarie dall’Italia”, kreierten die Kochbrüder ein exquisites Menü, das die traditionelle italienische Küche aufs Feinste interpretiert und huldigt.

Unsere Reise begann mit Claudius, der die Teilnehmer mit einem herzlichen “Saluto dalla Cucina” begrüßte. Er servierte uns leckere Crostini mit Büffelmozzarella, die perfekte Mischung aus knusprigem Brot und saftigem Mozzarella, der auf der Zunge zerschmolz. Dieser Auftakt gab uns einen Vorgeschmack auf die aromatischen Genüsse, die noch kommen sollten.

Die nächste Station war Aria mit Antipasti. Aria verzauberte uns mit einer Parmesan-Mousse, die sich durch ihre cremige Textur und ihren intensiven Geschmack auszeichnete. Sie wurde begleitet von einem Wildkräutersalat und Gnocco fritto, einem traditionellen gebackenen Brot aus dem Norden Italiens. Die Kombination aus leichten, erdigen Aromen und salzigen, knusprigen Texturen schuf ein ausgeglichenes Geschmacksprofil, das perfekt auf den Hauptgang vorbereitete.

Mit den Primi übernahm Rainer F. das Zepter. Seine Pasta Bassotti, eine selten gesehene Spezialität, brachte die Gäste zum Staunen. Jede Nudel war perfekt al dente und überzogen mit einer Sauce, die alle Sinne ansprach. Es war eine Hommage an die simple Eleganz, die die italienische Küche so einzigartig macht.

Die Reise führte uns weiter zu den Secondi. Detlev hatte sich für Pescare Baccalà al forno entschieden – gratinierter Stockfisch, der die Essenz des Meeres auf den Teller brachte. Die Kombination aus der knusprigen Oberfläche und dem weichen, aromatischen Inneren des Fisches war ein echtes Highlight des Abends.

Claus und Simon hielten an der Tradition der Secondi fest, doch ihre Wahl fiel auf Fleisch. Sie servierten Tagliata di manzo – gebratenes Entrecôte. Die Zartheit des Fleisches und seine reichen Aromen waren unvergleichlich und zeigten das Beste, was italienisches Fleisch zu bieten hat.

Um das Ganze abzurunden, servierte Michael als Contorni Carciofi alla romana – Artischocken, die auf römische Art zubereitet wurden. Diese traditionelle Beilage war das perfekte Gegengewicht zu den kräftigen Aromen der Hauptgerichte und rundete das Menü harmonisch ab.

Und natürlich wäre kein italienisches Menü komplett ohne ein passendes Dolce. Jürgen beendete den Abend mit einem Bonet – einem piemontesischen Pudding. Die Süße und Cremigkeit des Puddings boten den perfekten Abschluss für diese kulinarische Reise durch Italien.

Dieser Abend war mehr als nur ein gewöhnliches Dinner, es war eine Feier der italienischen Küche und Kultur. Es war ein Beweis dafür, wie das gemeinsame Kochen und Essen uns miteinander verbindet und uns an weit entfernte Orte transportieren kann. Und es ist diese Magie, die unsere Clubabende so besonders macht und uns immer wieder zusammenführt, um neue kulinarische Abenteuer zu erleben.

“Impressioni culinarie dall’Italia” war sicherlich eine Reise, die wir so schnell nicht vergessen werden.

Volles Haus mit Cucina Casalinga

Zum Kochabend am 3. Mai hat Tim ein wahres Slow Food Menü zusammengestellt. Inspiriert von der einfachen italienischen Landküche, warteten die Gänge mit komplexen Aromen auf, ohne dafür viele Komponenten zu benötigen: Cucina Caslinga — zurück zu den Wurzeln.

Traditionell haben wir uns während der Vorbereitungen schon mit frischem Oliven-Brot und italienischen Fleischwaren stärken können.

Es begann mit einem Amuse Gueule aus Roter Bete, Burrata und Pistazien, mariniert mit einer Vinaigrette aus weißem Balsamico und Haselnuss-Öl.

Dazu ein Gläschen Rosé Salbanello frizzante, serviert von Mundschenk Aria.

Weiter ging es mit einem Klassiker, der durch seine Einfachheit besticht: ein von Claudius perfekt abgeschmeckter Salat von Wachtelbohnen – nur bestreut mit Petersilie, mehr braucht es nicht. Zusammen mit dem wundervollen Lugana, den uns Toni in einer Magnumflasche extra dafür gespendet hat, ein wahrer Genuss!

Die anschließende Frittata mit Albatrüffel glänzte mit feinen erdigen Aromen – von Simon und Jürgen liebevoll zubereitet und zusätzlich mit einem luftigen Trüffelschaum versehen.

Detlev hat zur pochierten Kalbszunge eine umwerfende Sauce gezaubert – Kapern und Kalb passen nicht nur bei Königsberger Klopsen oder Vitello Tonnato zusammen sondern auch hier waren sie eine schöne Kombination.

Highlight (und bei der abschließenden Besprechung zum Gang des Abends gewählt) waren Michaels Teigtaschen mit einer Füllung aus roter Bete und Ricotta, schön kräftig abgeschmeckt und puristisch mit Mohn und Butter serviert.

Der ligurische Fischtopf von Frank hat uns gezeigt, dass es nicht immer die meist bekannten und gelernten Knoblauch-Safran-Tomaten-Aromen aus Südfrankreich braucht. Die Meeresfrüchte harmonieren auch gut mit der Süße der mitgegarten Zwiebeln.

Die längste Garzeit brauchte der anschließende Ochsenschwanz: Mit einer kräftigen Sauce nahezu 5 Stunden bei nur 130 Grad im Ofen geschmort, servierten Rainer und Stefan ihren Slow Food Beitrag kurz nach 23 Uhr.

Zum süßen Abschluss verwöhnte uns Claus mit in altem Balsamessig marinierten Erdbeeren.

Fröhlich, satt und entspannt traten wir erst weit nach Mitternacht den Heimweg an. Im Gepäck die Erkenntnis, dass bei allen Höhenflügen der feinen Küche die Rückkehr zur Einfachheit neue Horizonte präsentiert.

 

Heißkalt erwischt – und die Rezepte verloren!

Das große böse “C” hat zugeschlagen – und damit Stefan gehindert, seinen ersten Kochabend als Maître de Cuisine auszurichten. Tim, der für ihn einsprang, nahm diesen Umstand als Steilvorlage für das Motto des Abends: “Heißkalt erwischt – und die Rezepte verloren!”

Entgegen unserer üblichen Gepflogenheit, nach vorbereiteten Rezepten die Zubereitung und das Anrichten umzusetzen, gab es ausschließlich ein Rahmengerüst mit sehr viel Freiheit in der Ausgestaltung der einzelnen Gänge.

Vorgabe:

  • Die Zutaten unten sind der bestimmende Rahmen, weitere Zutaten bestimmt der Koch
  • Die Mengen bzw. Gewichtung der Zutaten bestimmt der Koch selbst
  • Jeder Gang sollte mindestens eine knusprige und eine cremige Komponente besitzen
  • Jeder Gang soll eine heiße und eine kalte oder eiskalte Komponente bringen
  • Über die Garmethoden entscheidet der Koch
  • Portionsgrößen maximal Vorspeisen-Menge

Speisenfolge:

Amuse und Aperitif: Austern-Tatar mit Yuzu-Perlen und Chili

  1. Erbse / Jakobsmuschel
  2. Suppe: Grüner Spargel / Kokos / Koriander
  3. Saibling / Gurke / Weißer Balsamico / Apfel
  4. Sorbet Tee
  5. Reh / Kaffeebohne / Rhabarber
  6. Mandel / Schokolade / Erdbeere
  7. Käseauswahl und Digestif (Tim)

Frisch und tagesaktuell negativ auf das böse “C” getestet trafen wir uns zu zwölft und begannen den Abend bei 30°C Außentemperatur zunächst mit Kaltgetränken nach Wahl. Selbst Kölsch war erlaubt – was in Düsseldorf etwas heißen soll!

Ergebnis: Die Kochbrüder nutzten die Freiräume und füllten sie, jeder für sich, mit der ihm eigenen Kreativität und Erfahrung. Auch wenn es bei der üblichen Nachbesprechung aka Manöverkritik noch Verbesserungsvorschläge gab, stellten wir doch fest: Die Anstrengungen haben sich rundum gelohnt!

Simon ist neuer Kochbruder

Nach der feierlichen Aufnahme und bestandener Aufnahmeprüfung von Stefan wurde nur 14 Tage später auch Simon offiziell zum Kochbruder der Bruderschaft erhoben.

Als Aufnahme-Omelette wählte Simon ein Gericht, das er – nach eigenem Bekunden – seit 34 Jahren jedes Jahr zu seinem Geburtstag selbst zubereitet. Wir möchten gar nicht wissen, wie die ersten 33 Versuche geschmeckt haben – aber die Trüffelei, pardon: das Trüffelei, mit dem Simon uns verwöhnte, war ausgezeichnet: Ein frittiertes weich gekochtes Bio-Ei mit Trüffel-Mayonnaise und frisch gehobelten schwarzen Trüffeln brachte die Aromen zwischen Zunge und Gaumen zur Explosion.

Nach Abschluss des festlichen Menüs zog sich der Kandidat in die Küche zurück, um dort (zum einzigen und wohl auch letzten Mal) für alle Kochbrüder klar Schiff zu machen. Für uns im Saal verbliebenen blieb so ausreichend Zeit, unsere Entscheidung über Simons Aufnahme noch einmal zu überdenken. Schließlich werden Kochbrüder nur mit einstimmigem Votum in die Bruderschaft aufgenommen.

Der feierliche Löffeltrunk, zu dem auch Simon niederknien musste, fiel kürzer aus als erwartet: Denn das Füllhorn aus der Champagner-Flasche versiegt nach dem ersten Aufstoßen: 8,3 Sekunden nur, ein neuer Rekord! So blieb denn auch genügend für die umstehenden Brüder übrig…

Lieber Simon, sei Willkommen – Du würdest in unserem Kreise fehlen!